Herbert-Kern-Gedächtnisturnier des TV Rehau

Rekorde und der soziale Gedanke



Für ein paar Sekunden wurde es still im hektischen Einspielen der 60 Jugendspieler am 11. September 2005: Als die rumänische Nationalhymne gespielt wurde. Begrüßung für besondere Gäste, die sich, halb erstaunt halb stolz, über diese Geste freuten. Gäste, deren Erscheinen sich die Macher in ihren kühnsten Träumen nicht ausgemalt hätten. Romgaz Medias aus Ostrumänien entsandte zwei Teams, darin einen Jugendnationalspieler, und erweiterte das Teilnehmerfeld so auf einen Radius von zweitausend Kilometern. Fast schon benachbart mutete da das Erscheinen des SV Werder Bremen an, der bei den Herren ebenfalls den Entfernungsrekord verdoppelte und außerdem den Präsidenten des Bremer Landesverbandes mitbrachte. Und natürlich durften auch die Stammgäste aus der Nachbarstadt Asch in Tschechien nicht fehlen.

So ist aus einem eintägigen Herren-Bezirksliga-Wettbewerb für Oberfranken ein europaweites Breitensport-Mannschaftsturnier für Damen, Herren, Mädchen und Jungen mehrerer Leistungsklassen geworden, in dem sich Spieler und Funktionäre aus den verschiedensten Regionen treffen und sich durch ihren gemeinsamen Sport unbefangen austauschen können - über Tischtennis genauso wie über Kultur oder Politik. "Wir sind sehr glücklich über diese Entwicklung", so Torsten Küneth, einer der beiden Väter der Veranstaltung, "da der Sport viele soziale Funktionen erfüllt. Man lernt vom Sport fürs Leben: Wie behalte ich in kritischen Situationen die Ruhe? Wie gehe ich mit Niederlagen um? Außerdem ist Sport gleich Gesundheitsvorsorge und Drogenprävention, besonders im Jugendbereich". Mit diesem Turnier sei daher auch ein Engagement im gesellschaftlichen Bereich hergestellt, "welches dem Hauptorganisator Arndt Peckelhoff und mir immer wichtig war." Nicht umsonst wurden einige Jugendliche, die schon in Rehau teilgenommen haben, wie etwa Sebastian Endreß, Christoph Schmidl und Gabriela Luft, später süddeutsche Topspieler. Siebzehn Jahre Herbert-Kern-Turnier: Freundschaften entstanden, unglaubliche Spielpaarungen wurden möglich: "TV Rehau gegen Werder Bremen" - wie soll das auf Bezirksligaebene gehen, außer bei uns?"

Seit 2003 haben die Organisatoren mit dem Zuspruch keine unruhige Nacht mehr, denn sie wissen: "Alles geht." Damals war mit 354 Spielern in 120 Teams der absolute Rekord erreicht. Bereits am ersten Wochenende waren 252 Spieler im Sportzentrum zu Gast. Seither ist Rehau nicht nur klar das größte Mannschaftsturnier Bayerns, sondern wohl auch das größte Süddeutschlands. Mit 38 Herrenmannschaften war das Sportzentrum von Rehau scheinbar zum Bersten gefüllt, als am Sonntag den 7. September 2003 das Kreisligafeld antrat. 152 Spieler waren an 16 Tischen unterzubringen, und jeder sollte mindestens vier Einsätze haben. Das zuvor genau ausgeklügelte Spielsystem mit zwölf Dreier- und Vierergruppen funktionierte: Bis 19:30 waren rund 20.000 Ballwechsel völlig reibungslos über die Bühne gegangen. Seither ist für Peckelhoff und Küneth klar: "Halle und Spielsystem bieten Kapazität für 48 Mannschaften pro Tag."

Mehrfach war das Turnier auch im Fernsehen: TV Oberfranken drehte mehrere Stunden lang und strahlte die Beiträge in seiner Sportsendung "Treffer" aus. "Wo wir sind ist oben", sagt Torsten Küneth, "und ich meine das ohne Häme: Ich möchte allen, die sich ehrenamtlich im Sport engagieren, damit sagen: Ihre Arbeit lohnt sich. Für Sie selbst und für die Gesellschaft. Es ist für Sie durchaus eine zeitliche Belastung, aber Sie können auch nie geglaubtes damit erreichen."


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Eine Präsentation von IsaTor